Maßnahmen zur Steigerung des Frauenanteils in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen:
Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Natur- und Ingenieurwissenschaften
Das Projekt knüpft an die Erfahrungen mit dem bereits seit mehreren Jahren durchgeführten Projekt: "Ingenieur- und Naturwissenschaften für Frauen" an, das vom Fachgebiet Berufspädagogik am Fachbereich Humanwissenschaften der Technischen Universität Darmstadt koordiniert und evaluiert wurde.
Vor dem Hintergrund der Unterrepräsentanz von Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern und mit dem Ziel, Chancengleichheit von Frauen und Männern in diesen Bereichen zu erreichen, sind gezielte Maßnahmen notwendig, die zum Einen den Anteil der Studentinnen erhöhen und zum Anderen die Verankerung wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen in Wissenschaft und Forschung fördern.
Das Projekt verfolgt eine doppelte Strategie, indem es an beide Aspekte anknüpft. Mit der Koordination und Evaluation der „Schnuppertage für Schülerinnen“ wird auf den ersten Aspekt gezielt.
Die „Schnuppertage für Schülerinnen“ an der Technischen Universität Darmstadt und anderen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sind eine monoedukative Berufsorientierungsmaßnahme für junge Frauen der gymnasialen Oberstufe, die an der Schnittstelle von Schulausbildung und Studium ansetzt und dazu beitragen will, das Spektrum der beruflichen Optionen, die junge Frauen für sich selbst realisierbar halten, zu erweitern und sie zur Aufnahme eines naturwissenschaftlich-technischen Studiums zu motivieren. Konzeptionelle Schwerpunkte der Schnuppertage sind der Kontakt und der Austausch von Schülerinnen mit „weiblichen Vorbildern“, dass heißt mit Studentinnen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen, die ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium für sich als Berufs- und Lebensperspektive bereits realisiert haben. Gleichzeitig erhalten sie Gelegenheit zur Eigenaktivität; sie sollen – möglichst positive – Erfahrungen machen, beim Erarbeiten praktischer (grund-)studiumstypischer Aufgaben wie z. B. beim Durchführen von Experimenten oder Übungen in Partner- oder Gruppenarbeit.
Im Sommersemester 2002 nahmen erstmals auch einige Fachbereiche der Fachhochschule Darmstadt an den Schnuppertagen teil.
Der Aspekt der Förderung wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen wird einerseits mit der Unterstützung der Etablierung eines Mitarbeiterinnen-Arbeitskreises berücksichtigt.
Im Rahmen des Projekts soll ein TUD-internes Informations- und Kommunikationsforum entstehen, das es den Wissenschaftlerinnen aus mathematisch, naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen ermöglicht, sich in einem anderen Kontext reflexiv mit ihrer eigenen Situation zu beschäftigen, sich mit anderen Frauen über spezifische Probleme im Studium und im Berufsfeld Wissenschaft und Forschung auszutauschen und sich gegenseitig Hilfestellung zu geben. Dies scheint insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Vereinzelung und der damit verbundenen Schwierigkeiten wichtig, d. h. um dazu beizutragen, den Exotenstatus von Wissenschaftlerinnen in männlich dominierten Fachdisziplinen ein Stück weit zu überwinden.
Andererseits wird eine empirische Studie zum Berufsorientierungsprozess, zu Studien- und Berufserfahrungen sowie zur aktuellen beruflichen Situation der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen aus mathematischen, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fachbereichen an der Technischen Universität Darmstadt durchgeführt.
Die Ergebnisse dienen der theoretischen Evaluierung des Schnuppertagskonzepts und stehen darüber hinaus für die Konzeption weiterer Maßnahmen zur Frauenförderung an der TUD zur Verfügung.
Mitarbeiterinnen:
Susanne Felger M.A., Dipl.-Biol. Jeannette Giegerich (beide Fachgebiet Berufspädagogik, TUD) und Gabriele Herbert (ffz)
Kooperation: Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik, TUD und ffz
Projektleitung: Prof. Dr. Angela Paul-Kohlhoff (Fachgebiet Berufspädagogik, TUD)
Laufzeit:
Januar 2002 - Dezember 2002
Finanzierung:
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Vergleichende Evaluierung regionalwirtschaftlicher Wirkungsanalysen in den Studien zur Erweiterung des Rhein-Main-Flughafens
Die Frage, ob und in welcher Weise ein Ausbau des Rhein-Main-Flughafens erfolgen soll, wird seit einigen Jahren intensiv diskutiert. Die dabei vorgebrachten Argumente sind exemplarisch für die Auseinandersetzung über Vor- und Nachteile von größeren Infrastrukturvorhaben. Im Rahmen der "Mediation", im "Regionalen Dialogforum" sowie im Raumordnungsverfahren wurden eine Reihe wissenschaftlicher Studien vorgelegt, die allerdings mit sehr unterschiedlichen Ansätzen arbeiten. Dies erschwert es für die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, aber auch für die Bürgerschaft, die Aussagekraft des methodischen Ansatzes, der erhobenen Daten und der daraus jeweils gezogenen prognostischen Schlussfolgerungen zu beurteilen. Ziel des Projektes ist es, die vorliegenden Untersuchungen zu den Auswirkungen des Ausbaus des Rhein-Main-Flughafens auf die Wirtschaftsstruktur und insbesondere auf die Arbeitsplatzwirkungen anhand eines einheitlichen Kriterienrasters einer systematischen Analyse zu unterziehen. Dabei sollen u.a. sowohl der gewählte theoretische Ansatz, die verwendete Methodik (einschl. der Datengrundlage) sowie die Art der Ergebnisdarstellung berücksichtigt werden.
Das Projekt will dazu beitragen, die Diskussion zu versachlichen, und will für die gesamtgesellschaftliche, aber auch für die regionale und betriebliche Debatte eine verbesserte Entscheidungsgrundlage bereitstellen. Darüber hinaus sind für den Umgang mit zukünftigen Studien zu regionalwirtschaftlichen Effekten von Infrastrukturmaßnahmen wertvolle Hilfestellungen zu erwarten.
Die Studie gliedert sich in vier Elemente. Im inhaltlichen Teil der Untersuchung ist erstens, ausgehend vom aktuellen Stand der regionalwirtschaftlichen und arbeitswissenschaftlichen Diskussion sowie unter Berücksichtigung der Genderforschung, ein Kriterienraster zu erarbeiten, mit dessen Hilfe eine nachvollziehbare Beurteilung vorliegender und zukünftiger Studien zu den regionalwirtschaftlichen Effekten von Infrastrukturprojekten möglich wird. Zweitens sind die vorliegenden Studien anhand dieses Kriterienrasters zu analysieren. Die einzelnen Projektschritte sowie die dabei erzielten Ergebnisse sind drittens in projektbegleitenden Workshops in einer ExpertInnenrunde kritisch zu hinterfragen. Schließlich sollen viertens bereits in der Anfangsphase des Projektes die unterschiedlichen Perspektiven betrieblicher InteressenvertreterInnen eingebracht werden. Zudem sind die Ergebnisse in einer Weise aufzubereiten, die es erlaubt, sie mit Betroffenen aus der Region zu diskutieren.
Im Rahmen des Projektes ist es die Aufgabe des ffz, aus der Genderperspektive heraus an der Entwicklung eines Kriterienrasters mitzuarbeiten und diese auch während der projektbegleitenden Workshops einzubringen.
Mitarbeiterin:
Dipl. Soz. Gabriele Herbert (ffz)
Kooperation:
Fachhochschule Darmstadt, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia); Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt, Darmstadt; TAURUS-Institut, Trier; BC-Forschungs- und Beratungsgesellschaft mbH, Wiesbaden; Rhein-Main-Institut e.V., Büro Heusenstamm; ffz
Projektsteuerung:
Prof. Dr. Martin Führ, Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia), Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Fachhochschule Darmstadt
Laufzeit:
Mai 2002 - Mai 2003 (verlängert bis Mai 2004)
Finanzierung:
Hans-Böckler-Stiftung
Berufliche Selbständigkeit von Frauen - Entwicklung eines geschlechtsspezifisch neuen Erwerbsmodells in Europa am Beispiel von Deutschland, Polen und Spanien?
Das Thema „berufliche Selbständigkeit von Frauen“ ist, obwohl in den letzten Jahren in den europäischen Ländern eine deutliche quantitative Zunahme von Unternehmerinnen zu verzeichnen ist, ein bislang in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Debatten vernachlässigtes Thema.
Mit diesem Projekt soll untersucht werden, inwiefern sich vor dem Hintergrund weitreichender gesellschaftlicher Wandlungsprozesse, die u.a. zu veränderten, scheinbar entgrenzten Formen traditioneller sozialer Strukturen und Beziehungsmodelle führen, ein neuer, geschlechtsdifferenter Typus von selbständiger Erwerbsarbeit herauskristallisiert. Dabei ist in diesem Kontext wichtig, welche Konsequenzen sich daraus für die Gestaltung der Geschlechterverhältnisse im gesamten Lebenszusammenhang, also bezüglich der privaten und der beruflichen Sphäre ergeben.
Das Phänomen von selbständig arbeitenden Frauen soll am Beispiel von drei europäischen Ländern untersucht werden, der Bundesrepublik Deutschland, Polen und Spanien, also an drei Transformationsgesellschaften, in denen gegenwärtig auf unterschiedlichen Niveaus Umbrüche zu verzeichnen sind.
Geplant ist eine Vorstudie zur Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Projektantrags zur empirischen Untersuchung neuer Formen beruflicher Selbständigkeit in Europa unter Bezug auf die jeweils sozial, ökonomisch und kulturell spezifische Ausgestaltung des Geschlechterverhältnisses in drei Nationalstaaten.
Das einjährige Projekt dient der Vorbereitung, insbesondere der inhaltlichen Recherche, Entwicklung und Konzeption eines international vergleichenden Forschungsvorhabens sowie der Entwicklung einer empirischen Forschungsmethodologie in Kooperation mit jeweils einer bzw. einem spanischen und polnischen Wissenschaftlerin bzw. Wissenschaftler. Ausgehend von diesen Arbeiten soll die Antragstellung eines mehrjährigen EU-Projekts, das mit einem internationalen Forschungsteam durchgeführt werden soll, erfolgen.
Das hier beantragte Projekt ist eine Vorstudie zu einem größerem Forschungsvorhaben mit dem Arbeitstitel: „Berufliche Selbständigkeit von Frauen – Entwicklung eines geschlechtsspezifisch neuen Erwerbsmodells in Europa am Beispiel von Deutschland, Polen und Spanien?“
Die Vorstudie soll neben der Formulierung eines Projektantrags auch dazu dienen, die in diesem Jahr erzielten Ergebnisse zu publizieren, um das sich jetzt schon abzeichnende Phänomen der geschlechtsspezifischen Differenz bei der Entwicklung neuer Typen von Erwerbsarbeit zu analysieren und in die wissenschaftliche Debatte zu bringen. Dies scheint uns deshalb besonders wichtig, weil die Auseinandersetzung um gesellschaftliche Wandlungsprozesse durch Globalisierung und Individualisierung häufig verallgemeinert dargestellt werden, ohne geschlechtsspezifische Ausprägungen zu berücksichtigen. Angesichts der demographischen Entwicklung in allen europäischen Ländern ist aber die Integration von Frauen in den Erwerbsarbeitsmarkt nicht mehr nur eine Frage der materiellen Durchsetzung von Gleichberechtigung, sondern auch eine ökonomisch zwingend zu stellende Frage.
Mitarbeiterin:
Carmen Eccard (Fachgebiet Berufspädagogik, TUD)
Kooperation:
Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik (TUD) und ffz
Projektleitung:
Prof. Dr. Angela Paul-Kohlhoff (Fachgebiet Berufspädagogik, TUD)
Laufzeit:
Januar 2002 - Dezember 2002
Finanzierung:
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Darmstädter Frauenbarometer
Eine Studie zum Sicherheitsempfinden von Frauen in Darmstadt
Anhand verschiedener Indikatoren soll in der Studie untersucht werden, wie die öffentliche Sicherheit aus der Sicht der Darmstädterinnen subjektiv wahrgenommen und bewertet wird. Ebenso soll das Sicherheitsgefühls von Frauen in der Stadt Darmstadt und ihrer Wohnumgebung analysiert werden.
Neben Indikatoren der Lebensqualität sollen Fragen der Lokalisierung von Angsträumen in Darmstädter Stadtteilen einbezogen werden. An konkreten Orten soll exemplarisch aufgezeigt werden, welche planerischen und gesellschaftlichen Maßnahmen dazu beitragen können, das Sicherheitsgefühl von Frauen im öffentlichen Raum zu erhöhen.
Mitarbeiterin:
cand. Soz. Afiavi Marie-Reneé Afanou (Institut für Soziologie, TUD)
Kooperation:
Institut für Soziologie (TUD) und Frauenforschungszentrum Darmstadt
Projektleitung:
Prof. Dr. Martina Löw, Institut für Soziologie, TUD
Laufzeit:
Juli 2003 – März 2004;
gefördert aus Mitteln der Stadt Darmstadt und Mitteln der TUD, beim ffz verwaltete Mittel (von der Stadt Darmstadt)
"Work in Progress: Technik – Körper – Wissen im interdisziplinären Diskurs“ (abgeschlossen)
In diesem Projekt standen Fragen nach den wechselseitigen Anschlüssen von feministischer Forschung und Wissenschafts- und Technikforschung im Vordergrund. Zur Bearbeitung der Fragestellungen wurden zwei interdisziplinär ausgerichtete Workshops konzipiert, geplant und durchgeführt: der erste Workshop am 20. Mai 2005 befasste sich mit dem Thema „Welche Beiträge leisten aktuelle Ansätze feministischer Wissenschafts- und Technikforschung im deutschsprachigen Raum zum Körper-Technik-Diskurs?“ und der zweite Workshop am 18. November 2005 thematisierte „Feministische Perspektiven auf die Konstruktion von Artefakten“. Durch die fortgesetzte Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen seit der ersten Tagung des ffz im Jahr 2002 hat sich das ffz in diesem wissenschaftlichen Diskussionszusammenhang weiter etabliert. Zum anderen konnte der Austausch in die Hochschule hinein intensiviert werden. Das Projekt wurde Ende 2005 abgeschlossen. Derzeit werden Mittel akquiriert zur Finanzierung der Veröffentlichung der Ergebnisse.
Projektleitung und -durchführung: Dipl. Soz. Gabriele Herbert, Heidemarie Stegmann-Meißner M.A. (beide ffz)
Laufzeit: Dezember 2004 – Dezember 2005
Förderung: Zentrum für interdisziplinäre Technikforschung (TUD)
Orientierungstage für Schülerinnen der Jahrgangsstufen 11-13 in naturwissenschaftlich-technischen Bereichen (Schnuppertage)
Das Projekt wird in konzeptioneller Anknüpfung an das Projekt „Maßnahmen zur Steigerung des Frauenanteils in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen: Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Natur- und Ingenieurwissenschaften“ durchgeführt (Vgl. oben).
Kooperation:
Fachgebiet Berufspädagogik (TUD)
Projektleitung:
Prof. Dr. Angela Paul-Kohlhoff (Fachgebiet Berufspädagogik, TUD)
Projektmitarbeiterin:
Birgit Becker M.A (ffz)
Laufzeiten:
August 2005 – Dezember 2005 und April 2006 – August 2006
Förderung:
zentrale Frauenfördermittel der TUD
Chancengleichheit von Frauen und Männern in akademischen Berufsfeldern. Zum Stand der Forschung“ am 17./ 18. November 2006 in Darmstadt
In Planung ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Fachtagung, mit welcher der aktuelle Stand der Forschung zum Thema Chancengleichheit von Frauen und Männern in akademischen Berufsfeldern der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie der Technik- und Naturwissenschaften beleuchtet werden soll. Gefragt wird z.B. nach den unterschiedlichen Karriere- und Berufsverläufen sowie der Lösung von Vereinbarkeitsproblemen von Frauen und Männern im Fokus auf die strukturellen Barrieren, die in diesen Berufsfeldern Chancengleichheit verhindern.
Ziele sind: Anknüpfungspunkte an bisherige Forschung herauszuarbeiten, neue Forschungsfelder zu erschließen, neue Forschungsfragen zu identifizieren sowie neue methodische Ansätze für die Forschung zu entwickeln.
Ein interdisziplinärer Ansatz ermöglicht es, die komplexen Zusammenhänge struktureller Barrieren adäquat zu erfassen. Deswegen ist es ein zentraler Bestandteil der Tagung, verschiedene Ansätze aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenzuführen und mit internationalen Expertinnen und Experten zusammen zu diskutieren.
Mitarbeiterin:
Dr. Yvonne Haffner (Institut für Soziologie, TUD)
Kooperation:
Institut für Soziologie (TUD) und ffz
Projektleitung:
Prof. Dr. Beate Krais (Institut für Soziologie, TUD)
Laufzeit:
05/2006 – 04/ 2007
Förderung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung

